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Letzens dachte ich immer öfter über eine alte, vergangene Freundschaft nach. Wir waren sehr gut befreundet, nur am Schluss hatten wir unsere Probleme. Sie damit, dass ich bessere Noten hatte und so leichter den begehrten Studienplatz bekam, bzw. ihn überhaupt bekam, und sie immer wieder abgelehnt wurde. Ich konnte nicht damit umgehen – und wollte es auch nicht. Mir ging es damals gesundheitlich nicht so gut und ich war am Ende auch immer abweisender und nicht nett. So war es irgendwie auch klar, dass sie sang und klanglos in ein fremdes Land abreiste um zu studieren – und ich blieb daheim. Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört, jegiglich meine Mutter hat seitdem zweimal mit ihrem Vater gesprochen, aber nur auf beruflicher Ebene.

Mich hat dieser abrupte Bruch sehr belastet und in letzter Zeit merkte ich immer mehr, dass ich damit noch nicht fertig bin. Dagegen tun wollte ich auch nichts, ich hätte ja auch nicht gewusst, was.

Dann las ich Frau Amis wunderbaren Artikel. Zuerst dachte ich mir nichts dabei. Gestern in der Früh im Auto dachte ich kurz wieder an besagte Freundin. Und dann fiel mir der Blogeintrag ein und dachte mir: So ist es, was will ich stattdessen? Kontakt. Zumindest will ich es versuchen.

So nun habe ich das Problem, dass ich sie nicht anrufen konnte. Ich hätte es mich nicht getraut und außerdem habe ich keine Telefonnummer mehr von ihr. Emailadresse wusste ich auch nicht, und etwas persönlicher sollte es dann schon sein. Also schrieb ich ihr einen Brief. Einen sehr vorsichtigen, aber auch sehr ehrlichen. Erzählte ihr, was in den letzten Jahren passiert ist und fragte sie, wie es ihr geht. Am Schluss endete ich mit meinen aktuellen Kontaktdaten und der Bitte, sich zu melden, wenn sie es denn möchte. Ich brachte ihn gleich zum Briefkasten und schickte ihn ab, zu ihren Eltern.

Und das war auch gut so.

Heute frag ich mich, was in mich gefahren ist, frage mich, ob ich überhaupt Kontakt zu ihr will und so Dinge. Denke mir, wie viel besser es doch wäre, wenn ich diesen Brief nicht geschrieben hätte. Dass sie sich bestimmt lustig drüber macht und ihn dann Tränen lachend in den Papierkorb wirft.

Ich wehre mich gegen diese Gedanken. Sage mir, dass es ein Versuch war, und wenn er fehlschlägt, dann habe ich etwas gelernt und wenn es klappt, dann klappt es. Und was dann kommt – ja, da kann ich mir dann Gedanken drüber machen, wenn es so weit ist. Schreibe es und zittere am ganzen Körper. Wirklich.

Aber das einzige, was ich jetzt machen kann ist warten. Und das werde ich wohl noch eine ganze Weile tun müssen.

Killerspiele

Killerspiele

Das, was da zensiert ist, ist nur der Inhalt meines Wäschekorbes…

Stadtkatzen

Stadtkatzen

Nachdem die beiden nun über die letzten Tage Stadtkatzen – ohne Freigang, dafür mit eigenem Abenteuerspielplatz waren, sind wir nun alle wieder da und die beiden toben sich gerade im Garten aus.

Hannibal – der linke – reist für sein Leben gern. Wenn ich den Katzenkorb heraushole, sitzt er sofort drinnen und wartet, dass es losgeht. Ich mache dann immer eigentlich nur pro forma das Gitter zu. Er darf dann immer hinten in der Mitte sitzen, so dass er einen perfekten Blick nach draußen hat. Dort sitzt er dann während der ganzen Fahrt hochinteressiert und sagt vielleicht ein, oder zweimal miau (wir reden hier über eine mehrstündige Autofahrt!), wenn er meint, es ist Zeit, dass jemand mal wieder ein Leckerli austeilt. Lucy, die rechte, findet das ganze nicht so toll. Sie bekommt meistens auch eine Beruhigungstablette, damit sie die Fahrt in Ruhe verschlafen kann und beschwert sich nur, wenn man zu langsam wird.

Das Stadtkatzendasein genießen sie eigentlich beide. Lucy liegt den ganzen Tag auf der Galerie in den Bettkästen und kommt dann meistens erst abends runter und lässt sich von jedem streicheln. Hannibal erkundet immer die ganze Wohnung, spielt viel und hält seine Schläfchen an prominenten Stellen – er als Perserkatze passt auch nur zu gut in die Jugendstilwohnung (die Galerie hier ist natürlich nicht Jugendstil…).

Neustart.

Seit ich wieder daheim bin, gehts mir um Welten besser. Manche lehnen sich weit aus dem Fenster und meinen bereits, ich sei nicht mehr krank sondern bereits “nur” mehr rekonvaleszent. Wiederum andere, wie meine Ärztin glauben, dass ich es mir nur einbilde, dass es mir besser geht, ich aber dringend mit meiner kompletten Kindheit und Jugend aufräumen muss. Und am besten noch mehr Tabletten nehmen. (Sie nimmt es mir übel, dass ich Verhaltenstherapie mache und meine Tablettendosis immer mehr verringern will.)
Von beiden lass ich mich nicht aus der Bahn bringen und lebe mein Leben. Das ist momentan sehr aktiv – viel draußen, viel Sport und auch viele Konfrontationen. Wer hätte mal gedacht, dass ich in ne Fortgeschrittene Stepaerobic gehe, mich ganz vorne hinstell, mich natürlich superungeschickt anstelle und es mir die gesamten 60 min rein gar nix ausmacht?

Auch in Richtung weitere Lebensplanung geht hier momentan einiges voran. Die ersten Bewerbungen (zvs) für Uni und Studentenwohnheim (hab mich jetzt doch entschieden, dass ich in eins ziehen will) sind schon raus. Genau weiß ich noch nicht, was ich studieren möchte, aber ich habe schon eine leise Ahnung, die immer lauter wird. (Jura). Um mir das mal anzusehen war ich heute in der Uni.

Habe mich in 3 Vorlesungen setzen wollen, es wurden dann aber trotzdem nur 2. Nicht, weil es nicht interessant gewesen wäre, sondern weil ich nach der ersten Vorlesung so müde war, dass es mir bei der zweiten schwerfiel die Augen offen zu halten. Weil Konzentration dann doch noch eines meiner größeren Probleme ist. Ich habe mich dann aber auch nicht mehr gequält, sondern bin nach Hause gefahren. Dort hab ich dann erst mal 2.5h geschlafen. So anstrengend hatte ich es dann doch nicht empfunden. Aber immerhin höre ich mittlerweile auf die Signale meines Körpers…

Als nächstes werde ich nun weiter meine Fühler in Richtung Jura ausstrecken. Sprich mir das ganze mal in der Praxis ansehen und auch zu Gerichtsverhandlungen usw. gehen.

Und vielleicht schaffe ich es auch mal, hier wieder öfters was zu schreiben. Nur deswegen, mach ich mir wirklich keinen Stress.

Mir gehts gut…

Seit ich wieder zu Hause bin, bin ich sehr aktiv. Nicht selten, dass ich den ganzen Tag unterwegs bin und vielleicht nur abends kurz an den PC gehe.

Ich hab viele Dinge entdeckt. Sport und Bewegung allgemein macht plötzlich Spaß. Auch habe ich den Garten neu entdeckt. In den letzten Tagen habe ich mit Spaten und Schaufel hantiert und nun gibt es in diesem Garten eine Hecke, ein Kräuterbeet und das Rosenbeet sieht wieder nach Beet aus. Außerdem wachsen dort ein paar Osterglocken, damit es nett aussieht, bis die Rosen blühen. Das Kräuterbeet wird noch erweitert und auch soll noch ein neues Blumenbeet angelegt werden.

Dann wird unser Garten endlich wieder etwas gleichschauen und trotzdem ein Paradies für unsere Haustiere bleiben.

Und ich muss lernen, mich nicht zu sehr in Aktivität zu stürzen, um meine eigentlichen Aufgaben zu erledigen und meine noch verbleibenden Probleme anzugreifen.

:)

In der Klinik nennt mich jeder “die große hübsche”.
Das tut dem Selbstwertgefühl sehr gut.

Abreise

Noch ist es noch nicht soweit, aber bald. Mein Resumée werd ich trotzdem schon mal schreiben.

Die Kur hat mir gut getan. Total gut.

Ich bin fröhlich, ausgelassen und kann zumindest ein bisschen aus mir rausgehen.
Natürlich bin ich nicht gesund, und mir wirds nicht immer so gut gehen. Das ist mir klar.

Die Zeit hier hat mir geholfen, dass es mir ein bisschen besser geht und dass ich meine “Baustellen” klar abgesteckt habe. Das heißt, ich habe meinen großen Haufen in viele kleine zerteilt. Und ein paar dieser Häufchen sind schon weg, andere warten nur so darauf weggeschafft zu werden.

Natürlich war nicht alles hier toll, hatte hier auch durchaus meine Tiefs. Aber ich bin selbst wieder rausgekommen.

Insgesamt bin ich zuversichtlich und freue mich auf zu Hause. Wirklich.

Neugeboren

Seit letzer Woche fühle ich mich wie neugeboren. Ich kann endlich wieder etwas fühlen – positive Gefühle waren nun da, wo vorher nur Leere und schlechte Laune war. Ich war zuerst überwältigt, dass ich nur mehr Freude,  Zufriedenheit und Liebe empfand und mich dadurch von nichts rausbringen lassen konnte. Anfangs wartete ich darauf, dass ich nun gleich sicher am Boden zerstört sein werde.
Aber es kam nichts. Ich blieb glücklich und es steigerte sich von Tag zu Tag.

Ich fühle mich wie neugeboren. Das Leben machte mir endlich wieder Spaß, ich konnte mich freuen, ich konnte genießen. Alles, was ich so lange nicht konnte.

Und nun gehe ich überglücklich und werde die Nacht durchschlafen – was ich seit letzter Woche endlich wieder kann.

Und bald, darf ich auch wieder nach Hause. Noch 10 Tage :) .

Überwachung

Meine Tischnachbarn hatte ich alle ziemlich gern, nur sind sie jetzt alle abgereist und wurden durch wesentlich ältere und ungebildetere Exemplare ausgetauscht. Da ich nur mit ihnen Essen muss, finde ich das nicht weiter schlimm. Wären solche Leute in meiner Therapiegruppe, würde ich auf die Barrikaden gehen.

Nun sitzt direkt neben mir eine Dame, die deutlich übergewichtig ist.

Und nochwas. Mein Appetit unterliegt in letzter Zeit deutlichen Schwankungen. Hängt sehr mit meinen Stimmungen zusammen. Nun macht sich jene Dame wohl Sorgen um mich, jedenfalls höre ich bei jeder Mahlzeit: “Mädchen, du isst zu wenig.” Egal wie viel ich esse. Nur als ich Samstags zwei Semmeln zum Frühsück gegessen habe, meinte sie “endlich isst du mal richtig”.  Das nervt. Außerdem sind meiner Meinung nach 2 Semmeln zum Frühstück eher zu viel, als richtig.

Ich bin wohl für sie eine Ersatztochter, nur brauche ich ihre Fürsorge nicht, sie nervt mich. Ich bin alt genug, selbst zu entscheiden, was und wie viel ich esse. Und meine überflüssigen Kilos habe ich auch noch, ich werde als weder heute, noch morgen, noch nächste Woche verhungern. Und Hunger gelitten habe ich auch noch nicht.

Bisher habe ich geschwiegen, da ich ihr nicht zu nahe treten wollte, doch mittlerweile suche ich nur mehr einen diplomatischen Weg ihr mitzuteilen, dass es durchaus nett ist, wenn sie sich um mich sorgt, ich aber in diesem Fall auf ihre Sorge gerne verzichten kann.

Weil es nervt. Wirklich.

Stress

So. Nun ist die erste Woche in der Kur vorbei. Also natürlich eigentlich erst am Sonntag, da aber am Wochenende keine Therapie ist, schreibe ich heute schon mein Resümee.

Die Woche war anstrengend. Sehr anstrengend. Als ich ankam, gabs erstmal Mittagessen. Danach war ich mit meiner Mutter noch Getränke besorgen und dann fuhr sie auch wieder. Anschließend hatte ich Aufnahme. Gespräch mit dem Arzt, der sich aber mehr für mein Hohlkreuz und meine beginnenden Plattfüße interessierte, als für meine Medikamente und meine Krankengeschichte. So bekam ich gleich Wirbelsäulengymnastik und Fußgymnastik und das ganze drumherum verschrieben. Direkt danach hatte ich einen Termin bei der Therapeutin, die mir einen ausgiebigen Fragebogen aushändigte und mir dann ebenso ausführliche Fragen stellte. Danach wurde ich entlassen und testete abends noch das Schwimmbad. Wunderbar.

Dienstag war eher langweilig. Vormittags musste ich Tests am Laptop ausfüllen und hatte nachmittags Atemtherapie. Schwimmbad war noch immer toll.

Mittwoch wurde dann hart. Erst mal von nach dem Frühstück bis nach dem Mittagessen NUR Sport und nachmittags Gruppentherapie. Nachher war ich völlig gerädert, besuchte aber dennoch das Schwimmbad.

Donnerstags begann um 8 mit Fußgymnastik (bäh) und ging dann mit Ergometer und einer ausgefallenen Therapiestunde, von deren Nichtstattfinden wir aber erst unterrichtet wurden, als wir schon eine halbe Stunde gewartet haben. War aber dann eh gut. Nachmittags noch mal Therapie bis zum geht nicht mehr. Uff. Abends war ich noch mit einem Tischnachbar im Schwimmbad und wir hatten viel Spaß – vor allem als wie versuchten Wasserball zu spielen, ohne dass die aufpassende Schwester was davon mitbekommt (Wasserballspielen ist dort verboten).

Heute hatte ich wieder volles Programm und war schon vor dem Mittagessen so gerädert, dass ich den Entspannungstermin abgesagt habe. Heute hatte ich nur Psychotherapie in verschiedenen Variationen. Danach gings mir gut, nur ich war fertig. Statt der Entspannung legte ich mich kurz hin und ging dann etwas spazieren. So nun sitze ich hier..

Insgesamt bin ich diese Woche total gestresst. Wegen der neuen Umgebung und den vielen Terminen. Aber es geht mir ganz gut, so insgesamt. Ist auch wichtig, da ich voraussichtlich länger bleiben werde, als die bis jetzt geplanten 3 Wochen. Ein paar nette Leute habe ich auch schon kennengelernt – tut sehr gut, wenn man jemanden hat, der die Situation in der man sich befindet zumindest ansatzweise versteht, weil er/sie sich in einer ähnlichen Situation befindet.

Insgesamt bin ich zuversichtlich und freue mich schon auf die neue Woche..

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